Twilight of the gods

Gesprächspartner: Patrik Lindgren/ Gitarre
Fragen: Twilightheart
18. März 2010

TWILIGHT OF THE GODS sind ein neues Bathory-Tribute-Live-Projekt, das von Alan (Primordial) ins Leben gerufen wurde. Neben ihm geben sich nahmhafte Musiker die Ehre: Frode Glesnes (Einherjer), der für Iscariah (Immortal) einspringt, der leider doch nicht bei dem Projekt dabeisein kann, Blasphemer (Mayhem), Patrik Lindgren (Thyrfing) und Nick Barker (Dimmu Borgir). Die Band wird erstmals bei den Metalfest-Open-Airs im Mai 2010 auftreten.
Alan hat bereits an anderer Stelle über das Projekt gesprochen. Insofern ist es vielleicht interessant, nun auch einmal die Sichtweise von Patrik (Thyrfing) zu erfahren, der bei "Twilight of the gods" Gitarre spielen wird. Zwar können die Musiker selbst noch nicht allzu viel sagen, weil vieles zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht entschieden ist, aber für ein paar grundlegende Fragen reicht es zumindest.

Sheol > Kürzlich gab Alan ein Interview in dem er erklärte was seine Beweggründe waren Twilight of the gods zu gründen. Jetzt möchte ich gerne wissen, was DEINE persönliche Motivation ist da mitzumachen. Wie hast du reagiert als Alan dich bat einzusteigen?

Patrik > Das war ein Angebot, dass ich einfach nicht ablehnen konnte. Ich mochte es zwar nie, Coversongs zu spielen, aber die epischen Bathory-Alben gehören zu meinen absoluten Lieblingsalben. Als ich dann die Chance hatte, das mit hingebungsvollen Menschen unter guten Bedingungen zu machen, da kann man einfach nicht nein sagen. Die Alben, auf die sich dieses Live-Projekt konzentriert, stehen ganz vorne in meinem Platten-Regal und diese Musik hatte immer einen großen Einfluss auf mich und waren auch für Thyrfing eine Inspiration.

Sheol > Kanntest du die anderen Mitglieder (außer Alan) vorher oder hast vielleicht schon einmal mit einem von ihnen zusammengearbeitet?

Patrik > Außer Alan habe ich Frode schon bei einigen Festival getroffen, aber ich habe mit keinem der anderen Mitglieder vorher gearbeitet. Aber von den Telefonaten, die wir bisher geführt haben, fühlt sich alles sehr vielversprechend an und ich bin sicher, dass alles wunderbar funktionieren wird.

Sheol > Wie probt ihr momentan? Trefft ihr euch, oder probt jeder seinen Teil allein?

Patrik > Wir werden uns treffen und dann einige Tage zusammen proben. Ansonsten wäre es bei dieser Musik zu schwer einen guten Auftritt hinzulegen, ohne zusammen richtig geprobt zu haben vor den Shows.

Sheol > Denkst du Quorthon würde es mögen, dass man Tribute-Gigs für ihn spielt? Ich glaube, er war eher der Mensch der es ablehnte irgend welchen Musikern als Idolen zu huldigen.

Patrik > Ich weiß es nicht, aber ich hoffe, er wäre damit einverstanden. Ich sehe diese Shows auch nicht als Anbetung eines Idols, sondern eher als Homage an die Musik selbst. An die Musik und die Kunst, die diese Person kreiert hat. Bathory war ja aus schöpferischer Sichtweise eigentlich eine 1-Mann-Show. Aber wir stellen diese eine Person nicht auf ein Podest.

Sheol > Keiner würde abstreiten, dass Bathorys Einfluss auf die Black- und später Pagan-Metal-Szene ernorm war. Wie weit geht das deiner Meinung nach? Hätte es sein können, dass sich die Metal-Szene erst mal in eine ganz andere Richtung entwickelt hätte, wenn es Bathory, Venom, usw. nicht gegeben hätte?

Patrik > Wer kann das schon sagen? Viele der Bathory-Alben waren Neuland und absolute Originale, man wird sie immer als Klassiker bezeichnen, genau wie die Alben der anderen Pioniere dieses Genres. Und um es mal weiterzuspinnen, niemand kann sagen, ob die epischen Bathory-Alben genauso geklungen hätte, wenn es nicht vorher „Into glory ride“ oder „Hail to England“ (Manowar) gegeben hätte. Man kann es nicht allumfassend sagen, aber solche speziellen Alben wie „The return...“ und „Hammerheart“ können als Meilenstein angesehen werden, der viele Bands beeinflusst hat, auch diese musikalische Richtung einzuschlagen. 

Sheol > Es wird ja ein unglaublicher Hype um dieses Live-Projekt gemacht. Ihr seid als DER Headliner für die Metalfest-Festivals angekündigt. Setzt euch das nicht unter enormen Druck? Bekommt man da nicht Angst, den Erwartungen vielleicht nicht gerecht zu werden?

Patrik > Ich bin mir sicher, dass einige Leute sowieso enttäuscht sein werden, egal wie gut wir uns auf der Bühne machen werden. Die Menschen werden immer unterschiedliche Ansichten haben, wie man den Bathory-Songs am besten gerecht wird. Für mich war es immer ein Traum, diese Songs live erleben zu können, und ich hoffe einfach, dass wir es fertigbringen werden, uns und das Publikum zufrieden zu stellen.

Sheol > Für dich persönlich: was macht die Magie von Quorthons Songs aus, speziell von den “Viking”-Alben? Was fühlst du, wenn du zum Beispiel das „Twilight of the gods“-Album anhörst?

Patrik > Das ist schwer in Worte zu fassen. Es ist wahrscheinlich das gesamte Gefühl. Diese Alben hatten zwar nie den besten Gitarrensound, die rasierklingenschärfsten Riffs oder die ultimative Produktion, aber man hört, dass dahinter eine starke geistige Vision steht, eine gute Visualisierung des „Gesamtbilds“. Man sollte diese Musik als vollkommenes Erlebnis ansehen, statt die Einzelteile zu beurteilen...
„Twilight of the gods“ ist für mich der komplexeste und epischste Bathory-Moment. Die gesamte Atmosphäre und Anziehungskraft ist einfach unglaublich. 

 

 

Patrik live on stage:

 

<<<zurück zu den INTERVIEWS

besucherzählerXStat.de