Kilte – "Absence"

Eisenwald - VÖ: Nov. 2009 (Re-Release)

Mit beinahe gespenstisch anmutenden, aber in sich ruhenden, gelassenen Tönen beginnt das Album „Absence“ der belgischen Band „Kilte“ und eine Stimme sagt uns in einem einzigen Satz, dass die Menschen in ihrer Fehlerhaftigkeit nur Schlechtes für die Welt bedeuten. Zusammen mit dem Aufdruck auf der CD „The world's true beauty lies within the darkness of our absence” lässt dies natürlich schon vermuten, worum es auf dieser EP geht, auch wenn die Lyrics ansonsten nicht unbedingt  sehr eigen sind, bestehen sie doch im ersten Track, dem gleichnamigen „The true beauty of our absence“ nur aus diesem einen Satz, zumindest was den verständlichen Teil angeht. Alles andere ist garstiges Growling, welches nur aus undefinierbaren Geräuschen besteht. Alle anderen Tracks sind in Niederländisch verfasst, wobei es eigentlich nur 3 Songs auf der EP gibt, wo denen die beiden letzten noch einmal in der Demo-Version wiederholt werden, so dass man auf 5 Stücke kommt, von denen eins aber über 10 Minuten lang ist, ein anderes 8 einhalb.

„Absence“ ist in ganz üblem Garagensound aufgenommen, die Musik ist zwar auf masochistische Weise ansprechend, aber man kann es einfach nicht genießen, weil alles rauscht und brummt. Ansonsten ist das Songwriting ausgefallen, zumindest erwähnenswert, weil nicht alltäglich. Tiefdunkle Black-Metal-Hasstiraden, getragen von dominanten Gitarrenriffs, durchziehen die Songkonstrukte. In langsamem, schleppendem Tempo wird das beißende Growling, welches wie Messerstiche wirkt, nur manchmal von ein paar Midtempo-Passagen zu mehr Leben erweckt. Der Großteil, auch im zweiten Track, bleibt tragend, irgendwie majestätisch und doch bedrückend. Das Growling ist brachial und widerlich zugleich, hier scheiden sich mit Sicherheit die Geister. Manche werden es als totale Zumutung empfinden (zumal die Aufnahmequalität wirklich eine der schlechtesten überhaupt ist), andere werden es so abartig anders finden, dass es schon wieder gut ist. Auf jeden Fall ist das ganze sehr eigen. Man wird es sicherlich nur anhören können, wenn man gerade tiefe Ablehnung gegenüber der ganzen Menschheit empfindet und nach einem Musikscheusal sucht, was diesem Gefühl gerecht werden kann. Kilte kommen dem sicherlich nah. Also erwartet von dieser Band, die bisher nur eine Promo, eine Split und diese EP veröffentlicht haben, keinerlei musikalische Großkunst. Aber erwartet ruhig einen ganz abgefahrenen Klangbatzen, der noch mal eine neue Facette des BM aufzeigt und zumindest insofern sein Gutes hat, als man nach dem Hören seine anderen BM-Scheiben, die auch schwer verdaulich, aber zumindest in guter Qualität aufgenommen wurden, wieder zu schätzen weiß.

Anspieltipp: "Haar Laatste Traan"                                                                                 Punkte: 6 von 10

Review von Twilightheart

 

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